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Dr. Péter Krüger, Head of Bayer Working Group Nanotechnology

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Titel des Vortrags: Verantwortungsvoller Umgang mit Innovationen in der Nanotechnologie

Vortragssprache:Deutsch

Dr Peter Krueger

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Informationen zum Referenten

Dr. Péter Krüger ist Leiter der Arbeitsgruppe Nanotechnologie bei der Bayer AG. Als solcher ist er verantwortlich für die Koordinierung der weltweiten Nanotechnologie-Aktivitäten des Chemiegiganten. Während seiner 18-jährigen Tätigkeit bei Bayer, hat Krüger in verschiedenen Gebieten der Forschung und Entwicklung gearbeitet, u. a. im Bereich Polymerphysik.

Seit Anfang 2008 ist Dr. Krüger für die in Deutschland gegründete ‚Innovationsallianz Kohlenstoffnanoröhren‘ (Inno.CNT) verantwortlich, welche im Zuge der Hightech-Strategie des BMBF von der Bundesregierung mit ca. 45 Millionen Euro gefördert wird.

Darüber hinaus ist Krüger gewähltes Mitglied im Vorstand der ‚Forschungsgesellschaft Kunststoffe‘ in Darmstadt. Er ist Leiter der Dechema ProcessNet Fachgruppe Nanotechnologie und Leiter des Dechema/VCI Arbeitskreises für die Sichere Produktion und den verantwortlichen Umgang mit Nanomaterialien. Ferner ist Dr. Krüger Co-Chair der NANOfutures-Initiative der Europäischen Kommission. In der Zeit von 2006 bis 2008 war er gewählter industrieller Gutachter der vom BMWi getragenen Angewandten Industriellen Forschung (AIF) für den Bereich Materialwissenschaften.

Péter Krüger wurde in Budapest geboren und studierte Physik an der Technischen Universität in Braunschweig. Seine Promotion an der TU Braunschweig erhielt er für seine Forschung im Bereich der experimentellen Physik und Materialforschung über Relaxation und Kristallisation von amorphen und kristallinen Metallen.

Abstract



Als interdisziplinäre Plattformtechnologie kann die Nanotechnologie vielseitig eingesetzt werden. Sie bietet nachhaltige Lösungen für einige der größten Herausforderungen einer stetig wachsenden Bevölkerung: Mit ihr lassen sich beispielsweise Solarzellen so verbessern, dass die Zellen billiger herstellbar sind und mehr Sonnenlicht zur Stromgewinnung nutzen können. Mithilfe der Nanotechnologie lassen sich die Leistungsfähigkeit von Energiespeichern steigern, verunreinigtes Trinkwasser effizienter reinigen und vermeintlich tödliche Krankheiten heilen.

Entlang der Wertschöpfungskette und in allen Industriebereichen sind Innovationen Grundlage für kommerziell nachhaltige Produkte, Prozesse und Anwendungen. Eine stetige Weiterentwicklung dieser Innovationen bedeutet eine nachhaltig bessere Position im weltweiten Wettbewerb und eine Schonung der natürlichen Ressourcen.

Eine mindestens ebenso große Rolle für den langfristigen Erfolg von Innovationen, spielen jedoch auch ihre sichere Handhabung und Anwendung. Um wissenschaftliche Erfindungen in maßgebliche Nanotech-Innovationen zu transferieren, ist eine intensive und verantwortungsbewusste Zusammenarbeit zwischen allen am Wertschöpfungsprozess beteiligten Akteuren erforderlich. Hierzu zählen neben den Innovationsmachern in den Universitäten und Forschungseinrichtungen auch Teilnehmer aus der Industrie, Wirtschaft und Politik.

Die Erforschung potenzieller gesundheitlicher oder umweltrelevanter Risiken muss Bestandteil jedes Forschungsprojektes sein. Auch die Betreuung von potenziellen Niederlagen sowie Lebenszyklus-Aspekte müssen frühzeitig in Betracht gezogen werden.
Kurzum: Die Sicherheitsforschung muss zu einem wesentlichen Bestandteil der Innovationsstrategie werden.

Kurzinterview

Sehr geehrter Herr Dr. Krüger, Sie sind einer der führenden deutschen und europäischen Nanotechnologie-Experten und Leiter der Arbeitsgruppe Nanotechnologie bei Bayer. Die Bayer AG bezeichnet sich selbst als Erfinder-Unternehmen. Welche Rolle spielt dabei die Nanotechnologie?

Krüger: Nanotechnologie selbst bedeutet zunächst allgemein das Herstellen, Modifizieren, Manipulieren, Steuern und Charakterisieren von Strukturen im Nanometerbereich. Sie ist insofern ein Handwerkszeug, mit dessen Hilfe schon seit langer Zeit Produkte mit hervorragenden Eigenschaften hergestellt werden, ohne dass diese als Nanoprodukte ins Bewusstsein gelangt wären. Denken sie beispielsweise an die für chemische Prozesse unerlässliche Katalyse oder auch an den Autoreifen. Beides basiert bereits seit sehr Langem auf nanoskaligen Strukturen.

Ist ein globaler Player wie die Bayer AG überhaupt ohne Nanotechnologie vorstellbar?

Krüger: Die technischen Möglichkeiten, nano-basierte Produkte und Anwendungen hervorzubringen, wurden in den vergangenen Jahrzehnten ständig verbessert. Betrachten Sie nur die neuen Computer, Displays und Kommunikationsmittel, allen voran die Smartphones: Deren Leistungsfähigkeit beruht auf nanostrukturierten Bauteilen, aber kaum jemand bringt diese Dinge mit Nanotechnologie in Verbindung. Nicht nur Unternehmen, sondern die globale Gesellschaft ist ohne nanotechnologische Produkte und Anwendungen nicht mehr vorstellbar. Sie werden auch in Zukunft entscheidend zur Lösung unserer gesellschaftlichen Herausforderungen auf Feldern wie Energie, Umwelt, Klima, Mobilität, Kommunikation und anderen beitragen. Von daher ist auch die Bayer AG heute und in der Zukunft ohne Nanotechnologien nicht vorstellbar.

Neben vielen anderen Verpflichtungen und Funktionen beraten Sie die Bundesregierung und die Europäische Union. Im Rahmen des NanoWebTalks sprechen Sie am 15. März zum Thema „Verantwortungsvoller Umgang mit Innovationen in der Nanotechnologie“. Was ist unter verantwortungsvollem Umgang zu verstehen? Welche Rolle spielt der Verbraucher?

Krüger: Der verantwortungsvolle Umgang mit Nanotechnologien hat verschiedene Aspekte. Wir müssen zum einen dafür sorgen, dass diese Technologien die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen, d. h. den Nutzen für die Gesellschaft und damit auch für den Verbraucher nachhaltig – im Sinne der Ökonomie, Ökologie und sozialer Aspekte – erbringen. Bedenken Sie bitte, dass niemand ein Produkt nur wegen einer bestechenden Herstelltechnologie, sondern vielmehr auf Grund von gewünschten Produkteigenschaften – die z. B. durch eine Technologie ermöglicht werden – erwirbt. Gleichzeitig müssen die aus den Nanotechnologien resultierenden Produkte, z. B. Nanomaterialien, für Mensch und Umwelt entlang ihrer Lebenszyklen sicher zu handhaben sein. Nutzen und Sicherheit sind insofern Bestandteile eines verantwortlichen Umganges mit neuen Technologien und insbesondere mit den daraus resultierenden Produkten.

Was werden wir in Ihrem Vortrag außerdem erfahren?

Krüger: Ich werde einen Überblick geben über den Nutzen der Nanotechnologien zu nachhaltigen Lösungsoptionen für gesellschaftliche Herausforderungen. An einem Beispiel werde ich die direkten und begleitenden Maßnahmen erläutern, die bei Bayer zur Gewährleistung der Produktsicherheit von Nanomaterialien durchgeführt werden. Dies soll auch unterstreichen, dass die Sicherheitsforschung ein essentieller und integraler Bestandteil der Innovationsstrategie bei Bayer ist. Am Beispiel der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten „Innovationsallianz Inno.CNT“ werde ich zeigen, wie dort die Entwicklung von Technologien und Anwendungen für Produkte auf Basis von Nanokohlenstoffen parallel zur Sicherheitsforschung erfolgt.

 


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